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Landwirtschaftlicher Bezirksverband OWL

Antonius Tillmann und Rainer Meyer neue Spitze

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Rainer Meyer ist neuer Bezirksverbandsstellvertreter, Antonius Tillmann neuer Vorsitzender. Die Wahl war erforderlich geworden, da der bisherige Bezirksverbandsvorsitzende Hubertus Beringmeier (Foto rechts) sein Amt niedergelegt hat. Er wurde am 17. Februar zum neuen Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) gewählt.

© Foto: privat

Ostwestfalen-Lippe (wrs) - Antonius Tillmann (56) aus Warburg und Rainer Meyer (58) aus Bad Oeynhausen im Kreis Minden-Lübbecke bilden die neue Spitze des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe. Tillmann ist als Vorsitzender, Meyer als sein Stellvertreter gewählt worden. Die Wahl fand am Dienstag (19. Mai) in der Bezirksverbandsgeschäftsstelle Herford-Elverdissen unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsregeln statt. Die Wahl war erforderlich geworden, da der bisherige Bezirksverbandsvorsitzende Hubertus Beringmeier aus Hövelhof-Espeln (Kreis Paderborn) sein Amt niedergelegt hat. „Das ist eines meiner Wahlversprechen gewesen“, erläutert der neue Bauernpräsident Beringmeier. Er wurde in diesem Jahr, am 17. Februar, zum neuen Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) gewählt. Eigentlich sollte die Bezirksverbandswahl schon Anfang April stattfinden, musste aber aufgrund von Corona abgesagt werden.

Beringmeier und auch WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier gratulierten am Abend den beiden Bezirksverbandsvorsitzenden und erklärten, dass es lohne, sich im Ehrenamt für die Bauernfamilien einzusetzen. Beringmeier bedankte sich besonders bei Antonius Tillmann für seine hervorragende zweijährige Zusammenarbeit mit ihm als Bezirksverbands-Stellvertreter. Es habe immer Freude gemacht, mit ihm zu arbeiten, so Beringmeier. Weiter dankt er Tillmann und Meyer ausdrücklich für ihren berufsständischen Einsatz. Tillmann wurde 2018 zum Bezirksverbandsstellvertreter gewählt und ist Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter. Rainer Meyer ist Vorsitzender des Kreisverbandes Minden-Lübbecke. Beide sind seit Jahren für die heimische Landwirtschaft aktiv.

„Für mich ist der Beruf des Landwirts einer der schönsten Berufe der Welt. Mir liegt es am Herzen, dass auch unsere nachfolgenden Generationen hier in OWL noch Landwirtschaft betreiben können. So setze ich mich ehrenamtlich für den grünen Berufsstand ein, damit auch unsere Kinder diesen Beruf noch ausüben können. Für ihn sei es eine Investition in die Zukunft. Antonius Tillmann bewirtschaftet mit Sohn Peter Tillmann einen Milchvieh- und Schweinebetrieb in Warburg-Bonenburg. Sie haben in den vergangenen Jahren in die Milchkuhhaltung, in mehr Tierwohl und Kuhkomfort, investiert. Zwei Melkroboter wurden Anfang März in Betrieb genommen und damit ein Schritt in die Zukunft getan.

„Es gibt viele Herausforderungen, die wir in den nächsten Jahren offensiv angehen müssen“, sagt Rainer Meyer am Abend. Der Landwirt aus Bad Oeynhausen-Dehme ist seit mehr als 20 Jahren in der Verbandspolitik aktiv. Er bewirtschaftet einen Hof mit Schweinemast sowie Ackerbau und ist Mitbetreiber einer Biogasanlage. „Wir sind besorgt, dass wir Bauern immer weiter in den Schraubstock zwischen den Märkten, der Marktmacht der Handelsketten und den Vorgaben der Politik geraten“, so Meyer und gibt zu bedenken: Die besondere Rolle und die Systemrelevanz der Land- und Ernährungswirtschaft für die Versorgung der Bevölkerung sei gerade in den vergangenen Wochen deutlich geworden. „Landwirtschaft ist nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie systemrelevant, sie wird es immer bleiben", untermauert Tillmann und fordert: Diese Lehren aus der Corona-Krise müssten in der deutschen und europäischen Agrarpolitik unabdingbar einfließen. Mehr noch: „Wir haben gespürt, Ernährungssicherheit ist nicht selbstverständlich, sie muss zusammen mit einer gut funktionierenden Lebensmittelversorgungskette als ein Thema mit höchster Priorität betrachtet werden“, bekräftigt der neue Bezirksverbandsvorsitzende.

Wir stellen uns den Herausforderungen im Bereich Tierwohl und Tierschutz, im Umwelt-, Natur- und im Klimaschutz, wehren uns aber gegen fehlende Planungssicherheit, immer höher werdende und fachlich fragwürdige Auflagen sowie überbordende Bürokratie“, kritisiert Tillmann. Damit muss jetzt Schluss sein.“ „Wir sind gerne Landwirt und wollen es auch in Zukunft weiter sein!“

Wer gehört zum Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe, was macht er?

Der Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe wurde im Jahr 2000 gebildet. Dem Bezirksverband gehören rund 13.000 landwirtschaftliche Betriebe an. Er setzt sich aus den drei bis zum Jahr 2000 eigenständigen Landwirtschaftlichen Hauptvereinen im Regierungsbezirk Detmold zusammen: Dem Lippischen Landwirtschaftlichen Hauptverein, dem Paderborner Landwirtschaftlichen Hauptverein (mit den Landwirtschaftlichen Kreisverbänden Höxter-Warburg und Paderborn, vorher auch Soest) und dem Minden-Ravensberg’schen Hauptverein (mit den Landwirtschaftlichen Kreisverbänden Herford, Bielefeld, Gütersloh und Minden-Lübbecke). Aufgabe des Bezirksverbandes ist es, die Interessen der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes zu bündeln und gemeinsam zu vertreten.

Dem Vorstand gehören neben dem Bezirksverbandsvorsitzenden und seinem Stellvertreter die Vorsitzenden der Landwirtschaftlichen Kreisverbände in Ostwestfalen-Lippe an: Das sind Dieter Hagedorn (Kreisverband Lippe), Andreas Westermeyer (Kreisverband Gütersloh), Hermann Dedert (Kreisverband Herford-Bielefeld) und Hubertus Beringmeier (Kreisverband Paderborn). Hinzu kommen bei mitgliederstarken Kreisverbänden (mehr als 2000 Mitglieder) die stellvertretenden Kreisverbandsvorsitzenden: Klemens Hanfgarn (Kreisverband Gütersloh), Eduard Gockel (Kreisverband Paderborn) und Joachim Schmedt (Kreisverband Minden-Lübbecke). Zugewählte Vorstandsmitglieder sind der Vertreter der Nebenerwerbslandwirte Reinhard Holle (Stemwede), der Vertreter für den ökologischen Anbau Andreas Engemann (Willebadessen) und Wilhelm Brüggemeier als WLV-Vizepräsident. Neben diesen Mitgliedern gehören dem Vorstand die Vertreterin des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes Kornelia Wegener (Borchen), der Vertreter der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Harald Schüth (Büren) sowie der Vertreter der Westfälisch-Lippischen Landjugendbewegung (WLL) Fabian Kiera (Hiddenhausen) an.

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