Drucken Versenden
Sitzung des Ortschaftsbeirats stellt Maßnahmen und Neuerungen vor

Borgentreich bekommt eine "neue Mitte"

Bild anzeigen

Der Borgentreicher Ortschaftsbeirat vor seiner jüngsten Sitzung im Rathaus (v.l.): Marcel Kröger, Sebastian Göke, Christian Lanz, Dieter Rengel, Norbert Fricke (Verwaltung), Ortsheimatpfleger Wilfried Riepe, Ortschronist Hubertus Hartmann, Hubertus Herbold, Robert M. Prell, Lorenz Berlage, Rainer Dohmann, Ortsvorsteher Werner Dürdoth und Huberus Geilhorn. Foto: Johannes Brand

© Foto: Johannes Brand

Borgentreich (wrs) - Sie sind in der Regel nur wenige Wochen zu Gast – trotzdem tut Borgentreich eine Menge, damit Flüchtlinge sich in der Orgelstadt wohlfühlen. Im Rahmen des IKEK-Projekts (Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept) soll mitten in Borgentreich ein „Platz der Begegnung“ entstehen. Eingebettet in ein Ensemble markanter Gebäude, wie dem Orgelmuseum, der katholischen Kirche, Volksbank und Sparkasse oder der Apotheke, bietet sich dieser Platz für eine gestalterische Aufwertung geradezu an. Ausgestattet mit Ruhebänken – eventuell einem Wasserspiel und einem Spielgerät für Kinder – soll Borgentreichs „neue Mitte“ zur Anlaufstelle für Einheimische, Flüchtlinge aus der ehemaligen Kaserne (ZUE), Besucher des Orgelmuseums, Durchreisende und Radtouristen werden. „Hier entsteht hier ein echter Platz der Begegnung“, betonte Ortsvorsteher Werner Dürdoth in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsbeirats. Eine Studentin der Fachhochschule Höxter wolle für ihre Masterarbeit ein Gestaltungskonzept für die Freifläche erarbeiten.
Damit nicht genug. Im Schulzentrum haben bereits die Bauarbeiten für ein Multifunktionsspielfeld begonnen. Das 25 x 15 Meter große Spielfeld mit einem Tartanbelag soll nächstes Jahr fertig werden. Zu den Baukosten von 120.000 Euro erhält die Stadt einen Zuschuss von knapp 100.000 Euro als Integrationsförderung.
Voraussichtlich zum 1. September soll die Flüchtlingsunterkunft nach Dürdoths Informationen wieder zum „Normalstatus“ zurückkehren. Derzeit fungiert die frühere Desenberg-Kaserne auch als Ausreise- und Abschiebezentrum für bis zu 330 Balkan-Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive aus dem früheren Jugoslawien und Albanien.
Integration auf der einen, Identifikation auf der anderen Seite: Damit das Bördestädtchen seinen liebens- und lebenswerten Charakter behält, wollen Ortsheimatpfleger Wilfried Riepe und Ortsvorsteher Werner Dürdoth unter dem Arbeitstitel „Bürger für Borgentreich“ (BfB) eine Gruppe von Engagierten gründen, die sich tatkräftig für ihren Heimatort einsetzt. „Eine erste Aktion könnte im Herbst eine Obstsammlung und Saftpressung im Liebestal sein“, stellte Dürdoth im Ortschaftsbeirat das Projekt vor. Zudem wolle man den Steuobstwiesen-Charakter erhalten, neue Obstbäume in Borgentreichs Naherholungsgebiet pflanzen und Baumpatenschaften wiederbeleben, ergänzte Riepe.
Diskutiert wurde auch über eine neue für alle Ortschaften verbindliche Friedhofssatzung, die mehr Gestaltungsspielraum zulässt. So sind beispielsweise anonyme Rasengräber geplant, das Ruherecht soll einheitlich auf 30 Jahre – mit Option auf Verlängerung – und für Urnengräber auf 20 Jahre festgesetzt werden. Die Abräumung alter Grabstätten übernimmt zukünftig der Bauhof.
Zu einem neuen Anlaufpunkt für Borgentreich-Besucher könnte das Freibad werden. Das „Café Sommerlaune“ bitetet neuerdings auch eine Außenbewirtung an. Hinweisschilder wurden an der Grotte aufgestellt. Weitere Neuigkeiten aus dem Ortschaftsbeirat: Das alte Haus Ellermann an der Kreuzung Bühner Straße/Natzunger Straße/Emmerkertorstraße wird im Herbst abgerissen. Die gefährliche Kreuzung an der Apothekenecke erhält ein Stopp-Schild. Für die Post-Agentur in der Marktstraße, die zum 30. September schließt, wird ein Nachfolger gesucht.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder