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Broschüre zur Holsterburg erschienen

Von Michael Rubisch

Warburg – Es ist eine der spannendsten archäologischen Entdeckungen der aktuellen Epoche. Die Holsterburg bei Warburg gilt aufgrund ihres oktogonalen Grundrisses als Besonderheit in Nordeuropa. Im Sommer 2020 sollen die Arbeiten an der Burg fertiggestellt werden und das archäologische Erlebnis Besuchern zugänglich gemacht werden. Bereits jetzt ist eine Broschüre mit weitreichenden Informationen erschienen.

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Vorstellung der Broschüre zur Holsterburg v.l. Bürgermeister Michael Stickeln, Ausgrabungsleiter Kim Wegener, Dr. Vera Brieske, Leiterin der Altertumskommission Westfalen.

© Foto: Rubisch

Dr. Hans-Werner Peine und Kim Wegener vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) haben mehrere Jahre in Warburg bei der Ausgrabung verbracht, um die einzige achteckige Burg in Westfalen und eine der ungewöhnlichsten Burganlagen in Europa zu erforschen.
Herausgekommen ist eine 36-seitige Broschüre mit zahlreichen Bildern, Karten und nützlichen Informationen für alle Interessierten. Diese Broschüre ist nun im Buchhandel oder beim Herausgeber, der Altertumskommission für Westfalen, zum Preis von 3,50 Euro zu erwerben.
Der Erhaltungszustand und die Qualität der baulichen Überreste der Niederungsburg im Südosten der Stadt sowie ihr Forschungsstand gelten europaweit als einzigartig. „So ein Projekt ist quasi die Krönung eines Archäologenlebens“, betonte Kim Wegener, Ausgrabungsleiter beim LWL bei der Vorstellung der neuen Broschüre. In sieben Jahren Grabungen haben die Forscher detaillierte Erkenntnisse zu Anlage, Funktion und Nutzung der Burg gewonnen. Die wichtigsten Erkenntnisse aus den jahrelangen Recherchen sind nun in der Broschüre zusammengefasst.
Die um die Mitte des 12. Jahrhunderts errichtete Burg der stellte kein schlichtes Bauwerk dar, vielmehr ragt sie aufgrund ihrer Bauform und ihrer Bauausführung bis heute aus der mittelalterlichen Burgenlandschaft deutlich heraus.

Das reich bebilderte Heft ist als Führer zum noch sichtbaren Kulturdenkmal konzipiert: Es beschreibt die Anfahrt dorthin, die Lage an einer alten Fernstraße und den Bezug zu einer wüst gefallenen Siedlung. Die besondere Bauweise, die als Architektur von europäischem Rang bezeichnet werden kann, wird detailliert dargestellt. Mauerzüge, Bauphasen und Funde machen die Geschichte der Anlage wieder sichtbar, ganz konkret auch in einer Rekonstruktion am Ende des Bandes.

Herausgeber der Reihe "Frühe Burgen in Westfalen" ist die LWL-Altertumskommission für Westfalen. Der Raum um Warburg ist mit mehreren Heften aus der Reihe weitgehend erfasst: Hefte zur hochmittelalterlichen Burg auf dem Desenberg in Daseburg, zur Wallanlage auf dem Gaulskopf in Ossendorf, die bereits in der Jungsteinzeit, vor allem aber im frühen Mittelalter genutzt wurde, und zum Erdwerk von Rimbeck, einer jungsteinzeitlichen Befestigungsanlage, regen zur Besichtigung der Geschichtsorte an. Mit der Holsterburg ist nun ein weiterer Höhepunkt der Warburger Burgenlandschaft dazu gekommen.

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