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Digitale Transformation als Chance für den ländlichen Raum

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Beim Crossiety-Projektgespräch vor Corona im Sommer 2019 war Gotomedia-Geschäftsführer Stefan Neisemeier, Bürgermeister Elmar Schröder und Projektleiterin Petra Swonke (v.r.) die Bedeutung der DorfAPP noch nicht bewusst.

© Foto: Stadt Diemelstadt

Diemelstadt (wrs) - Die Corona-Pandemie stellte im Jahr 2020 die Verantwortlichen der Stadt Diemelstadt vor eine Vielzahl neuer Herausforderungen, denen man nur mit der Bereitschaft zur Veränderung begegnen kann. Der aktuellen Situation, die sicherlich auch noch das Jahr 2021 maßgeblich beeinflussen wird, kann eine moderne Kommunalverwaltung nur durch agiles Management, New Work, digital Leadership und E-Partizipation entgegentreten. Viele der bisherigen Prozesse müssen über ein gutes Veränderungsmanagement proaktiv und flexibel mittels moderner digitaler Lösungen umgesetzt werden. Hierzu einige Beispiele aus dem Tagesgeschäft der Stadtverwaltung in Diemelstadt.

Über 50 Prozent der relevanten Zielgruppe nutzt die Dorf-App Crossiety
Zur Zielgruppe gehören in einer Gemeinde alle Personen zwischen 20 und 64 Jahren plus 10 Prozent der Personen unter 20 Jahre und 10 Prozent der Personen über 64 Jahre. Somit ist die Dorf-App bei 50 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Diemelstadt angekommen und verfügt damit über eine enorme Reichweite. Da mittlerweile auch benachbarte Kommunen die Dorf-App einsetzen ist der Mehrwert noch größer. Bei der Einführung von Crossiety im Sommer 2019 konnten die Verantwortlichen nicht ahnen, dass diese intelligente Internetplattform optimal für die Kommunikation und Information insbesondere während der bisherigen Lockdown-Phasen diente. Die aktuelle Auswertung zeigt, dass gerade in diesen Phasen der Kontaktbeschränkung die meisten Beiträge veröffentlicht wurden. Bisher wurden 2400 Meldungen des Krisenstabs, zu Gottesdiensten, Aktionen der Vereine, der politischen Gremien und Fraktionen u.v.m. über die App veröffentlicht und sicherlich werden auch die Aktionen im Rahmen des Kommunalwahlkampfes von den Fraktionen in der APP veröffentlicht. Die gesamte politische Gremienarbeit mit umfangreichen Vorlagen läuft bereits auf Crossiety. „Wer optimal und aktuell im Stadtgebiet informiert sein möchte, sollte auf seinem Handy, Tablet oder PC die kostenlose Dorf-App Crossiety installieren, zumal sie datenschutzrechtlich sicherer ist als die großen Socialmedia-Produkte aus Amerika. Es gilt, wenn eine Ware nichts kostet, bist du die Ware, insbesondere die eigenen personenbezogenen Daten“, so Bürgermeister Elmar Schröder.

Online-Konferenzen statt Präsenzveranstaltungen
Nachdem mit Beginn des zweiten Lockdowns endgültig klar wurde, dass diese Situation unsere Gesellschaft noch bis nach einer großen Impfaktion, die voraussichtlich von Dezember 2020 bis August 2021 dauern könnte, mit den sogenannten Kontaktbeschränkungen erhalten bleibt, mussten digitale Lösungen her, die die Präsenz im Rahmen von Sitzungen oder Schulungen ersetzen. Die Stadt Diemelstadt kann heute über verschiedene Softwareprodukte, z.B. Teamviewer, Zoom, Webex oder Teams, Online-Meeting abwickeln. Dazu wurden zahlreiche Kameras und Headphones mit Mikro angeschafft, aber auch dienstliche Handys, Tablets und Notebooks werden dafür genutzt. Im Multifunktionsraum der Stadthalle wurde eine komplexere Technik mit Kamera, Raummikro-/-lautsprecher, Beamer und Fernseher eingerichtet, damit auch kleine Runden oder Sitzungen mit externen Teilnehmern online verbunden werden können. „Bereits vor meinem Amtsantritt habe ich ein Verbundstudium an der Uni Dortmund über eine Online-Plattform absolviert, daher bin ich heute manchmal erschrocken, wie schlecht diese Möglichkeiten bisher genutzt werden. Viele Menschen haben die besten Handys oder Tablets dabei und fotografieren z.B. ihre Mahlzeiten, scheitern aber beim Versuch für eine gute Gesprächsqualität einen Kopfhörer mit Mikro zu nutzen. Das darf in einigen Monaten kein Thema mehr sein und wird auch nach Corona einen neuen Umgang mit Schulungen, Sitzungen oder dem Homeoffice insgesamt mit sich bringen.“, ist sich Bürgermeister Schröder sicher.

New Work, Homeoffice und Co-Working-Spaces werden sich etablieren
Mit dem Generationenwechsel von den Babyboomern zu den Generationen X, Y und Z, d.h. die nach 1964 geborenen Menschen, wird die digitale Transformation im gesellschaftlichen Leben einen viel breiteren Raum einnehmen. Es wird allein aus ökologischen Gründen sinnvoll sein, dass zahlreiche Schulungen und Sitzungen aufgrund der weiten Anfahrtswege in Zukunft über Online-Plattformen laufen. Im Bereich von New Work werden wir über neue Formen der Arbeitszeitgestaltung nachdenken. Natürlich muss alles im rechten Maß ablaufen, da soziale Kontakte gerade am Arbeitsplatz auch wichtig sind, um nicht abgehängt zu werden. Die vorhandenen technischen Mobilgeräte und PCs müssen viel mehr in den digitalen Arbeitsalltag einbezogen werden und verstärkt der Kommunikation und Information über moderne Softwareplattformen laufen.

Digitale Verwaltungsprozesse gemäß Online-Zugangsgesetz
Damit auch alle Verwaltungsabläufe in Zukunft digitale abgebildet werden, wurde jüngst zwischen sieben nordhessischen Kommunen, zu denen auch Diemelstadt gehört, eine Interkommunale Zusammenarbeit vereinbart, damit gemeinsam mit dem Land Hessen und der EKOM 21 die Umstellung auf digitale Antragsverfahren gelingt. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, wird es Authentifizierungsverfahren und die vollständige Digitalisierung der Kommunalverwaltung nach sich ziehen.

„Wir werden uns dynamisch und agil diesen neuen Herausforderungen stellen müssen, um die digitale Transformation als ständigen Prozess der Veränderung zu begreifen. Dafür war die Corona-Pandemie ein Weckruf, der mittel- bis langfristig den ländlichen Raum wieder viel attraktiver werden lässt, weil eine Präsenz im teuren Ballungsraum nicht ständig erforderlich sein wird. Der eigene räumliche Aufenthaltsort wird eine nachrangige Bedeutung bei den digitalen Normaden der Zukunft haben.“, so Bürgermeister Elmar Schröder abschließend.

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