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Gedenken an den Widerstand

Von Michael Rubisch

Warburg – Am 20. Juli 1944 versuchte eine Gruppe Widerstandskämpfer, durch ein Attentat auf Adolf Hitler die Gewaltherrschaft der Nazis in Deutschland zu beenden. Zur Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg gehörte auch Josef Wirmer, der als Schüler des Gymnasium Marianum seine Jugend in Warburg verbrachte. Das Attentat scheiterte und hunderte Menschen wurden durch das Naziregime zum Tode verurteilt. Eine Gedenkleuchte im Brüderkirchhof erinnert seit dem Jahr 1949 an Josef Wirmer und Wilhelm-Emanuel Freiherr von Ketteler, ebenfalls ein ehemaliger Schüler des Marianums, der bereits 1938 in Wien von den Nazis ermordet wurde.

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Mitglieder der Stadtverwaltung und Familienangehörige legten gemeinsam ein Kranz in Gedenken an Josef Wirmer und Wilhelm-Emanuel Freiherr von Ketteler nieder.

© Foto: Rubisch

Am Jahrestag des Attentatsversuchs werde an all diejenigen gedacht, die den Mut aufbrachten, Widerstand zu leisten. So begrüßte Bürgermeister Michael Stickeln die Teilnehmer zur Gedenkstunde in der Aula des Gymnasium Marianum. „Sie verteidigten in unmenschlicher Zeit die Menschlichkeit“, so der Bürgermeister weiter.
„Es fiel mir schwer dem Ereignis, Widerstand 20. Juli nahe zu kommen“, gab Monsignore Uwe Wischkony, Leiter der Landvolkshochschule in Hardehausen, in seiner Rede zu. Mit Beginn der Machtübernahme Hitlers stellte sich Wirmer gegen den Diktator. „Ich werde ein Feind Hitlers sein“, äußerte Wirmer einem Freund gegenüber. "Dies geschah wahrscheinlch ganz aus seiner Überzeugung heraus, sich fest auf den Boden der Demokratie zu stellen“, so Wischkony weiter. Josef Wirmer hatte einen offenen Geist für Fremdes und Unbekanntes.
Wischkony gab zu, dass es ihm schwer fiel, sich diesem Thema anzunähern. „Erst wenn es gelingt, einen Zugang zum konkreten Menschen zu finden, sein Leiden und Kämpfen zu verstehen, seine Ideale und Vorstellungen vom Leben zu begreifen und zu ahnen, wofür es sich lohnt, sich einzusetzen, erst dann werden geschichtliche Ereignisse in ihrer Relevanz für das eigene Leben erkannt“, betonte der Monsignore. „Vor solch einer inneren Stärke und Größe können wir uns nur respektvoll verneigen“, hielt Wischkony mit Blick auf Josef Wirmer fest.

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