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Hansestadt Warburg verbessert CO2-Management an Schulen

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Warburgs Bürgermeister Tobias Scherf, Nicolas Aisch, Bürgermeister von Borgentreich, und Leander Sasse, Geschäftsführer der Stadtwerke.

© Foto: Sürder

Warburg (wrs) - Die Hansestadt Warburg will die Bürgerinnen und Bürger mit Engagement und Zuversicht durch die Corona-Krise führen. Bürgermeister Tobias Scherf ist es wichtig, dass auch Schülerinnen und Schüler gut durch die Wintermonate kommen und die Infektionszahlen mittelfristig nicht steigen.
Daher hat die Stadt eine Lösung gesucht, um das CO2-Management an Schulen und die Lüftungssituation zu verbessern. Laut RKI erfolgt der Hauptübertragungsweg für Covid-19 Infektionen über Aerosole. Die Übertragung des Virus in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen, in denen viele Personen zusammenkommen, ist nachweislich höher als im Freien. Wo Schülerinnen und Schüler viele Stunden in den Klassenzimmern verbringen, muss sichergestellt sein, dass regelmäßig und effektiv gelüftet wird. Nur so kann die Ansteckungsgefahr weitmöglichst reduziert und der Schulbetrieb aufrechterhalten werden. In der Praxis und besonders in der kalten Jahreszeit stellt sich die Frage, wie eine effektive Lüftung sichergestellt werden kann.

Die Hansestadt und die Stadtwerke haben gemeinsam die Entscheidung getroffen, in den Schulen intelligente C02-Ampeln zu installieren, weil die CO2-Konzentration parallel zu der Aerosol-Konzentration verläuft. Raumsensoren messen laufend die CO2-Konzentration, die Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Die Messwerte werden per Funk über ein lokales Funknetzwerk der Stadtwerke (LoRaWan) an einen Server übertragen. Die Messwerte eines Klassenzimmers werden automatisiert verdichtet und auf einer Webseite aufbereitet und benutzerfreundlich visualisiert. Die Ergebnisse können dann von den Lehrerinnen und Lehrern auf Handy oder Tablet abgerufen werden. So wird unmittelbar ersichtlich, wann gelüftet werden muss. Zur Sicherstellung, dass diese Information nicht im Schulbetrieb untergeht, kann zusätzlich eine akustische Warnmeldung bei Erreichung des kritischen CO2-Wertes erzeugt werden. Tobias Scherf, Bürgermeister der Hansestadt, sagte: "Effektive und effiziente Maßnahmen für einen Infektionsschutz in unsere Schulen haben für uns eine sehr hohe Priorität, gleichzeitig eröffnet uns die Technik neue Möglichkeiten zur Energieeinsparung, für den uns ebenfalls wichtigen Klimaschutz." So ist perspektivisch geplant, dass die Sensoren nicht nur die CO2-Konzentration messen, sondern auch für das Gebäudemanagement genutzt werden, zur Ergänzung von Alarmanlagen und insbesondere zur Energieeinsparung. Durch Messung der Temperatur, auch außerhalb der Unterrichtszeiten, kann die Heizungssteuerung optimiert, Kosten und Energie eingespart und aktiv zum Klimaschutz beigetragen werden. Die technische Umsetzung dieses Projekts haben die Stadtwerke Warburg in wenigen Wochen zusammen mit der aov IT. Services GmbH entwickelt und realisiert. Mit dem nordrheinwestfälischen IT-Dienstleister, einer Kooperationsgesellschaft von 21 Stadtwerken, haben die Stadtwerke langjährige Erfahrungen und viele IT-Projekte erfolgreich umgesetzt. Der aktuelle Projektrahmen umfasste sowohl die Beschaffung der Hardware, als auch die Entwicklung und Bereitstellung der Plattformdienste, Netzwerkserver und Application-Services. Leander Sasse, Geschäftsführer der Stadtwerke, sagte: „Wir freuen uns, mit der Messung in den Schulen eine weitere Anwendung über unser Funknetz umsetzen zu können und einen Beitrag zum Infektionsschutz leisten zu
können." Für den Ersten eigeordneten Klaus Braun und den Fachbereichsleiter Schulen der Hansestadt Warburg, Olaf Krane, ist wichtig, dass Maßnahmen ergriffen werden, die einerseits bestmöglichen Schutz bieten, anderseits auch gut in den Schulalltag integriert werden können. „Wir sind überzeugt davon, dass wir für unsere Schulen eine gut handhabbare Lösung entwickelt haben", sagte Braun.
Ziel ist es nun in der ersten Phase der Einführung die Anschaffung von rund 100 Sensoren zum fest installierten Einsatz einerseits aber auch zum mobilen Einsatz anderseits in den städtischen Schulen. Auf Grundlage der dort gesammelten Informationen soll das System bei Bedarf weiter ausgebaut werden. Für Bürgermeister Scherf und Klaus Braun war es wichtig, von Beginn an die Schulleitungen aller Schulen einzubinden und den Einsatz der Sensoren abzustimmen, um eine erfolgreiche Umsetzung der Maßnahme im Kollegium der jeweiligen Schule zu erreichen. Sehr konstruktiv haben sich alle Schulleitungen der städtischen Schulen bei der Bedarfsermittlung und der Bereitschaft zur Mitarbeit gezeigt. Nach Empfehlung der Schulen werden die Sensoren nun installiert. Das soll bis Januar und dem Start des Unterrichts nach den Weihnachtsferien abgeschlossen sein.
In geschlossenen oder schlecht belüftbaren Räumen prüft die Hansestadt derzeit zudem die Nutzung des Förderprogrammes für mobile Luftreinigungsgeräte des Landes NRW. Hier besteht die Möglichkeit Luft zu filtern, um Aerosole und Schadstoffe der Umluft zu entnehmen. Auch hier wird zurzeit der Bedarf bei den Schulen ermittelt, um entsprechende Förderanträge zu stellen.
Erfreut zeigten sich die Beteiligten auch, dass die Orgelstadt Borgentreich mit dem Teilstandort der Sekundarschule und der Grundschule Borgentreich sich am Projekt beteiligt. Borgentreichs Bürgermeister Nicolas Aisch konnte die Maßnahme in seiner 2. Ratssitzung vorstellen und hat Zustimmung für die Projektbeteiligung bekommen.
„Wir wollen die Warburger Schulen sicher durch die Corona-Krise führen und handeln. Besonderer Dank gilt in Zeiten wie diesen dem Ordnungsamt, welches in hervorragender Art und Weise die vielfältigen Aufgaben erfüllt, ebenso wie den Lehrerinnen und Lehrer, die sehe engagiert an der Einhaltung der Corona-Regeln mitwirken. Gemeinsam wollen wir einen Lock-Down in den Schulen wo immer möglich verhindern", erklärte Bürgermeister Scherf. In Warburg werden sechs Schulen mit den Sensoren ausgestattet, in Borgentreich zwei.

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