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Innenstadt wird zur Museumsmeile

Von Michael Rubisch

Warburg – Vor gut 300 Zuschauern eröffnete der niederländische Fotograf Ruben Timman seine Fotoausstellung unter dem Titel „Museum der Menschheit“. Zu sehen sind 35 großformatige Porträtsaufnahmen von Menschen aus aller Welt, unter ihnen auch zahlreiche Warburger. Die Exponate erstrecken sich auf einem Weg rund um die Neustädter Kirche bis in den Brüderkirchhof. Auch im Museum und in der Kirche St. Maria in Vinea sind Aufnahmen zu betrachten.

Passender hätte der Termin für die Eröffnung nicht sein können, da waren sich alle Besucher einig. Am Tag der Europawahl eröffnete in Warburg das Museum der Menschheit. Erstmalig sind die Porträtaufnahmen des niederländischen Fotokünstlers Ruben Timman außerhalb der Niederlande zu sehen. Die Idee zu seinem Projekt kam dem Niederländer bereits im Jahr 2001. In einem Traum stand er in einer dreckigen, staubigen Halle, um sich herum Bilder von gebrochenen Menschen. In diesem Traum erschien ihm der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan. Als Timman aufwachte war für ihn klar, er würde das Museum der Menschheit in die Tat umsetzen und Kofi Annan solle dieses Museum eröffnen. Seit diesen Tagen reist Timman um die Welt. Im Gepäck immer seine Kamera, mit der er mittlerweile über 3.500 Porträts von Menschen fotografiert hat. Seine Reise und die Suche nach einem Kontakt zu Kofi Annan brachten ihn auch nach Warburg.
„Es ist für Warburg eine große Freude und Ehre erstmalige diese Portraits aus dem Museum der Menschheit unter freiem Himmel zu präsentieren“, betonte Bürgermeister Michael Stickeln. Im August des vergangenen Jahres seien die Initiatoren der Ausstellung an die Stadt herangetreten. Dort waren alle von der Idee begeistert.
Dass die Ausstellung nun in Warburg gastiert, hat unter anderem mit der Suche des Künstlers nach Kofi Annan zu tun. Seine Versuche, zu dem ehemaligen Generalsekretär Kontakt aufzunehmen, schlugen fehl. Er inserierte in einer holländischen Zeitung und bat um Hilfe. Timman erhielt einen Anruf von einer Frau, die ihm mitteilte, dass ihn heute jemand anrufen werde, der Kofi Annan kenne. Dieser Anruf kam von Gez Asafu-Agyei, der zu dieser Zeit in Warburg lebte. Timman besuchte Asafu-Agyei in der Hansestadt. Mit der Journalistin Vivian Tharun und Lokalpolitikern Hila Zavelberg-Simon hatte Timann weitere Warburger in seinem Team, die das Großprojekt unterstützten.
Die Umsetzung des Projektes war mit erheblichem Aufwand verbunden. Die Fotos wurden auf 1,80 Meter große, wetterfeste Tafeln gedruckt. Massive Betonfundamente halten die fast drei Meter hohen Stellwände auf denen die Fotos montiert wurden. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 13. Oktober 2019.

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