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Hilfe für Opfer sexualisierter Gewalt

Kurzfilm zur anonymen Spurensicherung läuft in Kinos an

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Präsentierten im Höxteraner Kreishaus einen neuen Kinospot, der auf Hilfe für Opfer sexualisierter Gewalt aufmerksam macht: (v.l.) Gaby Böker (Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Höxter), Dr. Barbara Blömer (Abteilung Gesundheitsdienst des Kreises Höxter), Helga Niemöller (Frauen- und Kinderschutzhaus), Maria Dohmann (Kino Borgentreich), Judith Schlinker (Kino Warburg), Dr. Kerstin Todt (Frauenärztin St. Ansgar Krankenhaus) und Marion Nawrath (Frauenberatungsstelle für den Kreis Höxter).

© Foto: Kreis Höxter

Warburg (wrs) - Eine junge Frau sitzt in der Badewanne und versucht verzweifelt, die Spuren der Gewalt von sich abzuwaschen – dies ist die Einstiegsszene des Spots, der ab dieser Woche vor dem Hauptfilm in den Kinos Warburg, Bad Driburg, Brakel und im Borgentreich zu sehen ist. Das Verhalten der Scheuspielerin ist menschlich nachvollziehbar, aber gleichzeitig leider das Schlimmste, was Betroffene nach einer Vergewaltigung tun können. Denn so verschwinden die Spuren des Sexualdelikts und mit ihnen die Chance, den Täter irgendwann einmal vor Gericht zur Rechenschaft zu ziehen. Darauf möchte das Kooperationsnetzwerk „Anonyme Spurensicherung im Kreis Höxter“ aufmerksam machen.

„Kommen sie als erstes vor dem Duschen zu uns!“ - so appelliert daher Dr. Kerstin Todt, Frauenärztin des Höxteraner St. Ansgar Krankenhauses, im Film an die Frauen und Mädchen, die Opfer sexualisierter Gewalt geworden sind. Der Film vermittelt die Botschaft, dass sich Betroffene nach einer Sexualtat zeitnah und vertrauensvoll an die Gynäkologie des St. Ansgar Krankenhauses wenden, um sich dort ärztlich untersuchen zu lassen. Ob die Betroffenen eine Strafanzeige stellen wollen, können sie dann auch später noch selbstbestimmt entscheiden.

Bereits seit Ende 2017 haben Opfer von sexualisierter Gewalt die Möglichkeit, vertraulich und kostenfrei die Spuren einer Gewalttat in der Gynäkologie des St. Ansgar Krankenhaus sichern zu lassen, ohne sofort eine Strafanzeige zu erstatten. Da die Täter häufig aus dem Nahbereich der Opfer stammen, wie etwa Partner, Ehegatten oder Väter, ist die Hemmschwelle häufig besonders hoch, die Tat durch die Einschaltung der Polizei öffentlich zu machen. „Der erste Schritt zu einer Anzeige ist nach einer so schambehafteten Tat enorm, zieht manchmal Konsequenzen nach sich und will im Einzelfall gut überlegt sein. Das Für und Wider sollte daher selbstbestimmt von der betroffenen Frau abgewogen werden können, zumal die Täter und das Opfer sich häufig sehr gut kennen“, weiß Helga Niemöller, Leiterin des Frauen- und Kinderschutzhauses im Kreis Höxter, zu berichten. „Die anzeigenunabhängige Spurensicherung gibt den Opfern sexualisierter Gewalt die Möglichkeit, auch nach einer längeren Bedenkzeit Strafanzeige zu stellen und sich darüber hinaus fachmedizinisch betreuen zu lassen und auch bei den Beratungsstellen Unterstützung und Stärkung zu erhalten“, ergänzt Marion Nawrath von der Frauenberatungsstelle für den Kreis Höxter.

Mit Fördermitteln des Landesministeriums NRW hat das Kooperationsnetzwerk zur anonymen Spurensicherung im Kreis Höxter in diesem Jahr den Kinospot zum Thema initiiert. „Der Kurzfilm ergänzt die bisherige Öffentlichkeitskampagne und soll die Möglichkeit zur anonymen Spurensicherung im Kreisgebiet bekannter machen“, so Gaby Böker, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Höxter.

An dem Kooperationsnetzwerk „Anonyme Spurensicherung im Kreis Höxter“ beteiligen sich das St. Ansgar Krankenhaus in Höxter (Gynäkologie), die Abteilung Gesundheitsdienst des Kreises Höxter, die Opferschutzbeauftragte der Kreispolizeibehörde Höxter, die Frauenberatungsstelle im Kreis Höxter, das Frauen- und Kinderschutzhaus im Kreis Höxter und die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Höxter

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