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Lerchenfenster für die Region

Von Michael Rubisch

Warburg – Die Feldlerche befindet sich im Sinkflug. Immer stiller wird es um den klassischen Agrarvogel, der in Deutschlands Feldern brütet. Bereits zum zweiten Mal nach 1998 ist die Feldlerche aus diesem Grund zum Vogel des Jahres gekürt worden. Die Warburger Brauerei versucht diesem Trend gemeinsam mit Landwirten der Region und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung nun entgegenzuwirken. Mit dem Modellvorhaben „LandAufSchwung“ sind bereits 250 Lerchenfenster geschaffen worden.

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Besuch vor Ort. Ein Lerchenfenster in Calenberg besuchten v-l- Michael und Franz-Axel Kohlschein, Geschäftsführer der Warburger Brauerei, Stephan Gehrendes, Bioland-Anbauberater, Landwirt Hugo Schuchard, Studentin Sarah Scherf, GfW-Geschäftsführer Michael Stolte und Landwirt Jochen Reitz.

© Foto: Rubisch

„Bei den Lerchenfenstern handelt es sich um etwa 20 Quadratmeter große Flächen, die bei der Einsaat auf den Braugerstefeldern nicht eingesät bzw. später ausgespart werden. Durch diese Fenster kann die Lerche mitten in das Feld einfliegen und etwas abseits dieser Felder Nistplätze anlegen“, erklärte Landwirt Hugo Schuchard vom Gut Neu-Calenberg. Dort ist die Lerche dann vor ihren natürlichen Feinden wie Fuchs und Marder geschützt. Die Lerchefelder müssen mitten im Feld angelegt werden und dürfen nicht zu nah am Wegrand oder am Baumbestand liegen. Die Fläche bietet zudem mit Regenwürmern und Käfern Nahrung für die Vögel und erleichtert ihnen auch den Flugstart. Der Gerstenbewuchs in der Umgebung der Lerchenfenster bietet zudem Schutz vor Greifvögeln.
„Eingebunden ist das Projekt 'Lerchenfenster' in das Programm 'LandAufSchwung' des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft“, erläuterte Michael Stolte, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter. Seit 2015 ist der Kreis Höxter eine von insgesamt 13 Modellregionen im Bundesgebiet. Das Projekt wird wissenschaftlich im Rahmen einer Bachelorarbeit begleitet.
„Das Ziel des Modellvorhabens ist es, die regionale Wertschöpfung zu stärken“, betonte Franz-Axel Kohlschein, Geschäftsführer der Warburger Brauerei. „Mit dem Projekt haben wir in der Brauerei einen 'Braugerste-Euro' eingeführt. Die Idee des 'Braugersten-Euros' ist, dass wir als Brauerei für unsere regional gekaufte Braugerste in einen Fördertopf einzahlen und dieses Geld für Naturschutzmaßnahmen gemeinsam mit unseren Gerstenbauern einsetzen“, erläutert Michael Kohlschein.
Das Modellprojekt läuft noch bis zum Ende des Jahres. Neben der Verbesserung und Intensivierung der regionalen Wertschöpfung sollen auch Grenzen und Potentiale aufgezeigt werden. Durch die Integration regionaler Produkte soll so ein exzellentes Endprodukt entstehen. Damit dies geschieht, muss an mehreren Stellschrauben gedreht werden. Beginnend bei der gleichbleibenden Qualität des Rohstoffes über die technische Verarbeitung bis hin zu effizienten Transportwegen. Vom Erzeuger über den Verarbeiter zum Verbraucher arbeiten dabei alle Hand in Hand.

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