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Lobby für Kinder- und Vereinsarbeit seit 30 Jahren zeitgemäß

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Helena Schaeffer, Gründerin und Vorsitzende bis 1993, Hildegard Heikenfeld, Vorsitzende 1993 bis 2012, und Maria Zimmermann , Vorsitzende seit 2012.

© Foto: privat

Warburg (wrs) - Vor fast 70 Jahren (1953) wurde der Deutsche Kinderschutzbund ins Leben gerufen. Der Verband hatte sich die Aufgabe gestellt eine kinderfreundliche Gesellschaft zu fördern. Unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder Nationalität sollten Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen eine Lobby bekommen.

1983 fanden sich mit Helena Schaeffer, Hannelore Hartmann und Christiane Roeper und weiteren engagierte Frauen, die die Arbeit des DKSB-Kreisverbandes Höxter nach Warburg trugen. Diese Frauen gründeten am 24. April 1990 mit insgesamt 15 Mitgliedern den Warburger Ortsverband des Kinderschutzbundes.

Helena Schaeffer leitete als Vorsitzende viele Jahre den Verein, Christiane Roeper und Hannelore Hartmann ergänzten den Vorstand. Frau Hartmann, die bis 2017 als Schatzmeisterin die Geschäfte des Vereins geführt hat, verstarb vor wenigen Wochen. Hildegard Heikenfeld war seit 1985 Schriftführerin und übernahm 1993 die Leitung des Warburger Ortsverbandes. Sie leitete von 1993 bis 2012 den Verein und wurde für Ihr Engagement für kleine und große Menschen mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für Solidarität und Vorbild ausgezeichnet. Ein gutes Dutzend ehrenamtlicher Mitarbeiter unterstützte ihre Projekt dabei tatkräftig.

Eine zentrale Rolle im Verein nahm der zunächst in der Kalandstraße 23 niedergelassene Kleiderladen ein. Er wurde durch private Sach- und Kleiderspenden ermöglicht. Der Kleiderladen stellte eine segensreiche Einrichtung für Familien und Alleinerziehende dar, die hier kostengünstige Kleidung, Kinderwagen und Spielzeug erwerben konnten. Die Einnahmen dienten den sozialen Aufgaben des Vereins. Man konnte damit gezielte Hilfe vor Ort leisten.

Kinderfeste wurden organisiert, Theateraufführungen mitfinanziert, Spielgeräte gesponsert und Sitzgelegenheiten auf öffentlichen Plätzen gespendet.

Schon bald brauchte der Kleiderladen größere Räumlichkeiten. Der Umzug in die Sternstraße 41 erweiterte die Verkaufsfläche erheblich, außerdem verfügte der neue Standort über einen Innenhof, der für zahlreiche Kinderfeste genutzt werden konnte. Über viele Jahre war der Kleiderladen eine geschätzte Institution als Anlaufstelle für Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen. Durch den Verkauf des Hauses in der Sternstraße 41 musste der Kinderschutzbund seinen Kleiderladen in den Mönchhof verlegen. Die Stadt benötigte einige Jahre später die Räumlichkeiten für schulische Zwecke, so dass der Kleiderladen aufgelöst wurde.

Auch ohne eigene Räumlichkeiten ist der Verein mit vielen Veranstaltungen präsent. Seit 2012 nutzt der Kinderschutzbund Räume bei Kirchen, der VHS oder privaten Anbietern, um seine Angebote durchzuführen, z.B. Kochkurse im evangelischen Gemeindehaus in Rimbeck und in der Eisenhoitschule, Nähkurse im Haus Böttrich, interne Schulungen im Seminarraum Wandura.

Überhaupt wird die Arbeit des Warburger Kinderschutzbundes von zahlreichen Unternehmen und Institutionen geschätzt und durch Spenden tatkräftig unterstützt. Seit seiner Gründung vor 30 Jahren zählt der Kinderschutzbund Warburg zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Leben der Hansestadt Warburg. Über all diese Jahre haben Vorstand, Mitglieder und Freunde des Vereins durch ihren ehrenamtlichen Einsatz Geld erwirtschaftet und Spenden organisiert, mit deren Hilfe soziale Projekte gefördert werden konnten. Vielen Dank auch an alle Mitglieder für ihre Unterstützung.

Viele Warburger erinnern sich an Sommerfeste, Nikolausfeiern, Bücherspenden und Freizeitaktivitäten die wir gefördert haben. Seit vielen Jahren sponsert der Verein Fahrten zu den Karl-May-Festspielen nach Elspe für Kinder und Begleitpersonen. In den letzten Jahren konnte der Verein Ferienfreizeiten auf dem Internationalen Schulbauernhof in Hardegsen anbieten und so Kindern positive Erlebnisse vermitteln.

Der Verein hat sich zu allen Zeiten durch spontane, unbürokratische Hilfe ausgezeichnet, sei es während des Balkan-Krieges in den 90er Jahren oder während der Flüchtlingskrise der letzten Jahre. Seit 2012 leitet Maria Zimmermann kompetent und couragiert den Kinderschutzbund Warburg als 1. Vorsitzende. Unterstützt wird sie durch ihre Stellvertreterin Hildegard Franco. Manfred Misselwitz ist seit seinem Ruhestand Schatzmeister.

Die Aufgaben im 21. Jahrhundert sind für den Verein nicht kleiner geworden, Ziel ist die Umsetzung von Teilhabe sozial benachteiligter Kinder. Der Kinderschutzbund stärkt seit Jahren in Ferienkursen Alltagskompetenzen von Kindern und Jugendlichen und setzt sich für deren Rechte und Schutz ein. Das Kapital dafür erwirtschaften wir durch unsere Aktionsstände bei der Oktoberwoche oder dem Waffelbacken in der Innenstadt.

Für den Herbst haben wir ein großes Familienfest zu unserem Jubiläum geplant. Ob es stattfinden kann, steht aber noch in den Sternen. Der Vorstand hofft in 2021 alle Veranstaltungen nachholen zu können.

Wer das Wohl von Kindern, ob in Familie, Schule oder Gesellschaft, bewahren möchte, ist im Verein herzlich willkommen. Nach über 30 Jahre wissen die Mitglieder, dass nicht die großen, sondern häufig kleine Handreichungen entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.

Zur Zeit engagieren sich fast ein Dutzend Mitglieder aktiv im Verein. Der Vorstand bedankt sich sowohl bei den aktiven als auch bei den langjährigen passiven Mitgliedern, die mit ihren Beiträgen die Arbeit des Vereins sichern.

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