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Maria Vollmer begeistert

Von Michael Rubisch

Warburg – Bereits zum vierten Mal war Comedian Maria Vollmer dem Ruf des Kulturforums gefolgt und begeisterte vor ausverkauftem Haus im Kufo-Keller mit ihrem Bühnenprogramm. Wortwitz, Charme und Gesangsdarbietungen bescherten dem begeisterten Publikum einen abwechslungsreichen Abend.

Die seit dem Jahr 2008 bekennende 39-jährige Komikerin aus Köln hatte ihr aktuelles Bühnenprogramm „Push-Up, Pillen und Prosecco“ im Gepäck. Darin beschäftigt sich Vollmer mit dem Leben einer Frau, die bis zur Rente noch ein paar Jahre durchhalten muss, aber unzweifelhaft auch nicht mehr als Teenager durchgeht. Ein Frau in den besten Jahren halt. „Eine Frau zwischen Beauty und Bettpfanne“. Das Leben hält in dieser Lebensphase ausreichend Aufgaben parat. So zählen zur Familie ein Mann in der Midlifekrise, Kinder in der Pubertät und eine Mutter mit Altersdepressionen.
Die Nächte sind angenehm ruhig geworden, verriet Vollmer. Wenn einmal ein Gestöhne im Hause zu hören sei, so stamme dies nicht vom Verkehrsgeschehen, sondern eher von einem eingeklemmten Ischias-Nerv. Auch die Mode der Frau sei in diesen Lebensjahren deutlich unauffälliger geworden. Die Klamotten aus Merino in „Einheitsbeige“ wollen die Männer ja gar nicht mehr ausziehen, beklagte die Künstlerin. Es gäbe Defizite im Haushalt und im Sexleben und dass, obwohl viele Frauen dreistellige Euro-Beträge in die Instandhaltung der Fassade investierten.
Vollmers 13-jähriger Sohn Felix bekam auch sein Fett auf der Bühne weg. „Er hat gerade die Handwerker im Haus“, umschreibt Vollmer die Pubertät, um dann schnell hinzuzufügen, dass bei vielen Männern dieser Prozess in der Rente noch nicht abgeschlossen sei. „Im Hirn ein Schild: 'Wegen Umbau geschlossen'." Die Pubertät sei auch das Alter in dem die Kinder von Nesquik auf Doppelkorn umsteigen.
Vollmers Wortwitz, ihre charmante und zugleich ehrliche Art begeistert das Publikum. Sie liefert Unterhaltung par excellence. Gesang, Mimik und Gestik unterstrichen ihre Aussagen und zauberten ein Lächeln auf die Lippen der Besucher, regten aber manchmal auch zum Nachdenken an, wenn sie sich zum Beispiel dem Thema „social freezing“ widmet und dabei bemerkt, dass nur der Vatikan eine geringere Geburtenrate hat als Deutschland.

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