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Kreis Höxter richtet Impstellen in Höxter und Warburg ein – Ärzte planen Impf-Aktionen

Mehr Tempo bei den Auffrischungsimpfungen

Kreis Höxter (wrs) - Die Auffrischungsimpfungen gegen COVID-19 erfolgen – entsprechend der Impfstrategie des Landes NRW – auch im Kreis Höxter bislang im Wesentlichen durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Um die Praxen zu entlasten und ein zusätzliches, kontinuierliches Angebot zu schaffen, richtet der Kreis Höxter zwei zusätzliche Impfstellen in Höxter-Lütmarsen und Warburg ein. Sie werden voraussichtlich bereits im Laufe der kommenden Woche an den Start gehen.

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Der Kreis Höxter richtet zwei zusätzliche Impfstellen in Höxter-Lütmarsen und Warburg ein. Sie werden voraussichtlich bereits im Laufe der kommenden Woche an den Start gehen.

© Foto: Kreis Höxter

„Auch im Kreis Höxter zeigt sich der bundesweite Trend steigender Infektionszahlen sehr deutlich. Umso wichtiger ist, dass das Tempo bei den Auffrischungsimpfungen gesteigert wird“, sagt Dr. Ronald Woltering, Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises Höxter. Gleichzeitig rät der Mediziner jedoch zur Besonnenheit. „Wer vollständig geimpft ist, hat einen guten Schutz vor einem schweren Verlauf bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus.“
Um die Drittimpfung flächendeckend anzubieten, setzt der Kreis Höxter auf einen Strategie-Mix. „Aufgrund der ländlichen Struktur sind die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bei der Impfung der Bevölkerung unverzichtbar“, sagt Landrat Michael Stickeln. „Sie bringen den Impfstoff ganz hervorragend in die Fläche. So erreichen wir ein dezentrales System von Anlaufstellen, das gerade für die Drittimpfung ein enormer Vorteil ist. Für ihren Einsatz danke ich den Ärztinnen und Ärzten und ganz besonders dem Personal in den Praxen und Apotheken von Herzen. Natürlich gebührt dieser Dank auch allen Menschen, die nach wie vor in dieser Pandemie besonders gefordert sind, etwa in den Krankenhäusern, Pflegeheimen oder sonstigen Einrichtungen.“
Aber es zeige sich auch, dass die Impf-Nachfrage in den Praxen Fahrt aufnimmt und dadurch die Wartezeiten auf einen Impftermin teilweise länger werden. „Deswegen freuen wir uns sehr, wenn Praxen – vielleicht sogar in Zusammenarbeit mit Städten, Kirchengemeinden oder Vereinen – die Initiative ergreifen und zusätzlich Impf-Aktionen anbieten“, so Landrat Stickeln.
Vor welcher Herausforderung die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und der Kreis Höxter stehen, verdeutlicht ein Blick auf die Zahlen: „Insgesamt sind im Kreis Höxter derzeit mehr als 107.000 Menschen vollständig geimpft. Bei rund 17.500 davon liegt die zweite Impfung bereits jetzt länger als sechs Monate zurück, sie könnten also nach der derzeitigen Regelung eine Drittimpfung erhalten“, sagt Matthias Potthoff, Leiter der Koordinierungsgruppe Covid Impfeinheit des Kreises Höxter. „Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Kreis schaffen es derzeit in Summe, etwa 3.500 Menschen pro Woche zu impfen. In den kommenden Wochen steigt die Anzahl der Menschen, bei denen die Zweitimpfung dann sechs Monate zurückliegt, jedoch stark an. So könnten bis Weihnachten rund 54.000 Menschen im Kreis die derzeit geltenden Bedingungen für eine Drittimpfung erfüllen. Das wird eine echte Mammutaufgabe, die alle Beteiligten nur gemeinsam schaffen.“

Zusätzliche Entlastung sollen deshalb zwei stationäre Impfstellen in Höxter und Warburg bieten, die vom Kreis Höxter derzeit mit Hochdruck und den notwenigen, umfangreichen Abstimmungsprozessen eingerichtet werden.
Höxter-Lütmarsen: In den Räumen der ehemaligen Förderschule (Feldstraße 8) hatte die Stadt Höxter bereits von Juni bis September ein Betriebliches Impfzentrum eingerichtet. „Bereits damals hat sich die Liegenschaft bewährt, sodass wir hier auf ein sehr gutes Konzept zurückgreifen können“, sagt Matthias Potthoff vom Kreis Höxter.
Warburg: In der Straße Oberer Hilgenstock befindet sich ein ungenutzter Bürokomplex der ehemaligen Warburger Nahrungsmittelwerke. „Auch dieser Standort ist sehr gut zu erreichen und bietet ausreichend Parkmöglichkeiten. Im ersten Schritt soll dort mit einer Impfstraße gestartet werden“, so Potthoff.
Derzeit läuft die Einrichtung der Stellen auf Hochtouren, die nötige Infrastruktur wird aufgebaut. Wie bereits beim Betrieb des Impfzentrums in Brakel wird das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Höxter, im Auftrag des Kreises eine Reihe von Aufgaben übernehmen. Dazu gehören Empfang, Check-in, Betreuung des Wartebereichs, Einweisung zu den Impfstraßen und Nachbeobachtung. Auch ein Sicherheitsdienst wurde beauftragt, um für einen störungsfreien Ablauf der Impfungen zu sorgen.
„Vorbehaltlich der Personal-Verfügbarkeit ist es geplant, am Mittwoch, 24. November, in Lütmarsen mit zwei Impfstraßen zu starten. Anschließend soll wenige Tage später der Standort Warburg vorerst mit einer Impfstraße in Betrieb genommen werden. Geplant ist, an sieben Tagen in der Woche in der Zeit von 12 Uhr bis 19 Uhr zu impfen“, so Potthoff. Er ist zuversichtlich: „In der Spitze können wir die beiden Impfstellen auf jeweils vier Impfstraßen erweitern und damit insgesamt eine Kapazität von fast 8.000 Impfungen in der Woche erreichen. Zusammen mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten machen wir dann richtig Tempo.“
Mit den Impfstellen schafft der Kreis Höxter ein ergänzendes und regionales Impfangebot. Dieses umfasst sowohl Erst- und Zweitimpfungen als auch Auffrischungsimpfungen entsprechend der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO).
Die Vergabe von Terminen für die Impfstellen wird über ein Online-Portal des Kreises Höxter möglich sein, das derzeit vorbereitet wird. „Dieses Vorgehen hat sich bereits beim Betrieb des Impfzentrums in Brakel bestens bewährt. Wann Termine vereinbart werden können, wird zeitnah bekanntgegeben“, so Matthias Potthoff. „Selbstverständlich sind Impfungen in den Haus- oder Facharztpraxen weiterhin möglich.“

Stand der Auffrischungsimpfung im Kreis Höxter
Bislang haben im Kreis Höxter bereits rund 10.500 Menschen ihre Auffrischungsimpfungen erhalten. Das entspricht einer Drittimpfquote von 9,5 Prozent. In der Altersgruppe der Über-60-Jährigen liegt diese Quote sogar bereits bei 16,1 Prozent.

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