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Signale stehen auf Frohsinn und Heiterkeit

Von Michael Rubisch

Warburg – Die 71. Oktoberwoche ist in vollem Gange. Nur einem kräftigen Schlag benötigte Kreishandwerksmester Martin Knorrenschild, Schirmherr der Veranstaltung, und der Zapfhahn saß fest im Fass und das Festbier floss in Strömen. Auch wenn das Material für den gelernten Metallbaumeister ungewohnt erschien, das Werkzeug war ihm wohl vertraut.

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Schirmherr Martin Knorrenschild schlägt den Hahn in das Fass und leitet die Feierlichkeiten ein.

© Foto: Rubisch

Was folgte, war das obligatorische „Urtyp marsch an allen Theken“. Und so kam es dann auch. Das Festbier floss in Strömen und einen Hahn zum Verschließen des Fasses hätte es von diesem Zeitpunkt an nicht mehr benötigt.


Bereits vor dem offiziellen Fassanstich luden die Organisatoren zum gemeinsamen Rundgang durch das große Gewerbezelt. Auch in diesem Jahr präsentieren zahlreiche Betriebe aus der Region hier wieder ihr Spektrum an Möglichkeiten. Bei allem Frohsinn hatte Bürgermeister Michael Stickeln bei seiner Begrüßung im Festzelt auch den Kampf um die Zuckerfabrik im Sinn. Er erinnerte noch einmal daran, dass der Duft der Melasse, der jedes Jahr über der Stadt läge, in der Vergangenheit unmittelbar mit der Oktoberwoche einherging. Die Warburger müssten sich erst noch daran gewöhnen, dass dies in Zukunft nicht mehr der Fall sein werde. Trotz des verlorenen Kampfes um die Fabrik haben die Menschen der Region gezeigt, dass sie wenn es hart auf hart kommt zusammenhalten und für die gemeinsame Sache kämpfen könnten. Stickeln bedauerte noch einmal die „kaum fassbare Entscheidung“ der Südzucker AG. „Ein herber Verlust für die landwirtschaftlich geprägte Region“, so der Bürgermeister weiter. Der leidenschaftliche Kampf der Mitarbeitern, Bauern und Bürger sei am Ende zwar nicht belohnt worden, er zeige aber den starken Zusammenhalt, der in der Region noch herrscht. Dieser starke Zusammenhalt zeige sich sicherlich auch in diesem Jahr wieder auf der Oktoberwoche, denn dort stehen die Zeichen auf Frohsinn und Heiterkeit.
Auch Schirmherr Martin Knorrenschild sprach ein paar Worte zu den Besuchern. Aber Handwerker sind eher Menschen der Tat und weniger der Worte und so beließ es Knorrenschild bei einer kurzen Anekdote aus seiner Kindheit. Schon seinem Großvater sei es ein Anliegen, eine Pflicht, ein innerer Drang gewesen die Oktoberwoche zu besuchen. Er habe immer den letzten Bus nach Hause genommen, im Gepäck eine Tüte voller Lebkuchen und Pfeffernüsse. Seine Enkel hatte er damals nicht mitgenommen. Nun sei es ihm eine Ehre, dem Geheimnis der Oktoberwoche auf die Spur zu kommen. „Jetzt machen wir ein Fass auf“, beendete der Kreishandwerksmeister seine Rede und schritt zur Tat.

Die Festwoche geht nun in den Endspurt. Am Samstag warten neben Fußballturnieren und der Oldtimerfahrt das Stadtkönigsschießen mit Schütenball in der Stadthalle. Im Festzelt steht die Band "Promise" auf der Bühne, in der Desenbergalm sorgen "Unglaublich" für Stimmung. Der Sonntag startet um 9.30 Uhr mit der Eröffnung des Erntedankmarkts in der Stadthalle. Ab 11 Uhr lädt die Warburger Brauerei zum Frühschoppen im Festzelt, musikalisch begleitet vom Musikverein Scherfede.
Um 13.30 Uhr finden auf Alt- und Neustädter Marktplatz Platzkonzerte statt, anschließend der Umzug der Spielmannszüge. DJ DannyK sorgt für Tanz und Unterhaltung im Festzelt. Um 18.30 Uhr wird der Gewinner der Abschlussverlosung ermittelt. Um 19.45 Uhr findet der Kinder-Lampionzug statt. Um 20 Uhr heißt es dann Abschied nehmen von der Festwoche. Mit der Schlußansprache des Bürgermeisters und dem Brillant-Höhenfeuerwerk verabschiedet sich die Oktoberwoche bis zum 3. Oktober 2020.

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