Drucken Versenden
41. Kälkenfest

Verregnetem Auftakt mit trockenem Humor begegnet

Von Marc Otto
Warburg – Mal hat man Glück, und mal wird’s nass: Für Volksfeste ist das Wetter stets ein Glücksspiel, und das 41. Kälkenfest hatte zum Auftakt das Nieselwetter gezogen. Doch ließ man sich von Schauern die Laune nicht verderben. Auch wenn das Programm am ersten Festtag „verändert“ werden musste, stellten sich Veranstalter und Gäste dem Ganzen trotzig-humorig.
So zitierte der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins, Klaus Stalze, vor der lächelnden Altstädter Madonna die hiesige Bauernregel „Ist das Kälkenfest zugange, dauert's mit dem Regen nicht mehr lange!“ und begrüßte heiter die Besucher und Ehrengäste, welche sich auf dem Marktplatz versammelt hatten. Anschließend erklärte er unter lautem Jubel aller tapferen Anwesenden das Kälkenfest für eröffnet.
So erwies sich der Auftakt etwas kürzer als erwartet: Der Umzug der Gerber mit Begleitung des Musikvereins Daseburg und auch der Höhepunkt des Abends, das historische Bürgerspiel, wurden verschoben.
Nichtsdestotrotz: Gefeiert wurde. Vielleicht in kleinerem Kreise, aber dennoch gesellig und unverzagt. „Ein bisschen Regen gehört eben dazu“, ließ sich nicht nur ein einzelner Festbesucher vernehmen, „Das war schon immer so.“

Doch am Samstag sah es am Himmel schon besser aus und mit dem ausbleibenden Regen verstärkte sich auch der Besucherstrom. Natürlich um den spektakulären Auftritt des Ensembles des Heimat- und Verkehrsvereins zu verfolgen, der einen Teil der Stadtgeschichte beiinhaltete und den einzigen Hexenverbrennungsprozess in Warburg nachspielte.

Bild anzeigen

Der "Ossenjohann" beim Hexenprozess.

© Foto: Seidenstücker

Anno 1675, so geht es aus den Dokumenten des Stadtarchives hervor, wurde der „Ossenjohann“, alias Johannes Engelbracht, von einigen Mitbürgern denunziert und höchstrichterlich zum Tode durch Verbrennen verurteilt. Die Krux dabei war aber, dass der Richter das geschriebene Urteil bereits vor Beginn der Verhandlung in Händen hielt. Mit Licht, Feuer und Rauch aus der Nebelmaschine wurde das Schauspiel noch eindrucksvoller und sorgte für großen Beifall.

Das Stück wurde zum Gedenken an Reinhold Albaum, der in diesem Jahr verstorben ist, aufgeführt. Er hatte es geschrieben und Lena und Winni Volmert inszenierten es für das Kälkenfest.
Strahlender Sonnenschein am Sonntagnachmittag versöhnte die Warburger wieder und ließ die Akteure das Programm vom Freitag nachholen. So war dies der Tag an dem der Festplatz gut gefüllt war und die Besucher voll auf ihre Kosten kamen.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder