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Gespräch und Ortstermin am Mittwoch

Viele Fragen zum barrierefreien Umbau

Von Julia Sürder

Warburg - In den Jahren 2018 und 2019 steht der 8. und letzte Bauabschnitt des barrierefreien Umbaus in der Innenstadt an. Dieser Abschnitt ist mit 5.750 Quadratmetern Fläche und 740 Metern Länge der größte und wird deshalb in zwei Jahren absolviert. Bei einer Bürgerversammlung am Dienstag wurde die Planung vorgestellt. Rund 60 Bürgerinnen und Bürger waren ins Pädagogische Zentrum gekommen, um sich zu informieren und ihre Meinung zum Bauabschnitt kundzutun. Dipl.-Ing. Thomas Köhlmos vom Büro LohausCarl aus Hannover stellte die Grundzüge der Planung vor. Die Gestaltung entspricht der der anderen Bauabschnitte: asphaltierte Fahrbahn, helles Laufband, Kleinpflaster in den Seitenbereichen und für die Parkplätze. Ein Unterschied zu den übrigen Bauabschnitten ist der geringen Breite der Unterstraße geschuldet. Hier soll nur auf der Südseite (Richtung Hauptstraße) ein Laufband entstehen, die Parkplätze liegen dann auf der anderen Seite. Nach Fertigstellung der Baumaßnahme gibt weniger Parkplätze. Zwei fallen in der Unterstraße weg. In der Hellepfortenstraße, die im 8. Bauabschnitt ebenfalls saniert wird, gibt es dann keine Stellplätze mehr, da auch diese Straße zu schmal ist.
Ob nicht Laufband und Parkplätze in der Unterstraße die Seite wechseln könnten, fragte ein Anwohner. Schließlich würden die Fußgänger in der Unterstraße ohnehin immer die nördliche Seite nutzen. Bauleiter Anton Volmer erläuterte die Schwierigkeiten eines Tauschs. Einparken auf der rechten Seite sei einfacher und es sei Teil des Gesamtkonzeptes, dass alle Parkplätze auf diese Seite gelegt werden. Zudem fehle beim Parken auf der linken Seite der Platz, um die Autotür zu öffnen. Außerdem müssten dann auch Bushaltestellen verlegt werden. Busse haben die Tür auch auf der rechten Seite. Bürgermeister Michael Stickeln versprach, das der Vorschlag des Seitenwechsels in die politische Debatte einfließen werde. Er ergab sich eine weitere Debatte über Raser in der Innenstadt, die sich nicht an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten in einer Spielstraße halten. Ob die Verwaltung nach der Fertigstellung etwas plane, um Raser in der Unterstraße abzuschrecken, fragte ein Anwohner. Stickeln sagte, dass Geschwindigkeitsmessgeräte aufgehängt werden sollen. In der Unterstraße könnten Schwellen auf der Fahrbahn angebracht werden. "Die Stadt hat keine Maßnahmen gegen individuelles Fehlverhalten", betonte der Bürgermeister. Am Amtsgericht habe es bereits eine Geschwindigkeitsmessung gegeben. Diese hat eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 17km/h ergeben. Das sei im Rahmen, sagte Stickeln. "Die Polizei tut, was sie kann. Das ist ein grundsätzliches Problem und wir haben keine grundsätzliche Lösung." Eine Zuhörerin gab zu bedenken, dass die bauliche Gestaltung in der Innenstadt etwas anderes vermittele als das Verkehrsschild für die Spielstraße. Im Jahr 2018 wird der westliche Bereich der Unterstraße umgebaut. Der Bauabschnitt erstreckt sich von Piepenbrinkgasse bis Hellepfortenstraße. Beginnen sollen die Baumaßnahmen je nach Wetterlage im Februar oder März mit der Kanalsanierung, der Erneuerung der Hausanschlüsse und der Wasser- und Stromleitungen. Dann folgt der Straßenbau. Anton Volmer versicherte den Anwesenden, dass ihre Grundstücke bis auf wenige Ausnahmen erreichbar bleiben. Wenn der Asphalt aufgetragen wird, muss die Durchfahrt für ein bis zwei Tage gesperrt werden. "Sonst stimmen wir das individuell ab und informieren die Anlieger rechtzeitig", betonte er.
Aufgrund der Vielzahl an Fragen, Bedenken und Beschwerden der Anwohner lädt die Verwaltung am Mittwoch, dem 13. September 2017, um 15 Uhr zu einem Gespräch im Sitzungssaal der Stadtverwaltung, Bahnhofstraße 28 (2. Etage). Es sollen zunächst die technischen Details der Planung und die grundstücksspezifischen Situationen anhand von Plänen dargestellt werden. Im Anschluss kann dann bei weiterem Klärungsbedarf eine Besichtigung vor Ort erfolgen. Teilnehmen werden von Verwaltungsseite Vertreter des Bauamts, des örtlichen Ingenieurbüros und des Ordnungsamtes.

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