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Apothekerin gibt Hinweise zu Corona

Vorsicht, aber keine Panik

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Apothekerin Dorothee Erbach-Niemann.

© Foto: Sürder

Warburg (js) - Das Coronavirus beschäftigt derzeit viele Menschen. Apothekerin Dr. rer. nat. Dorothee Erbach-Niemann von der Schildkröten Apotheke in Warburg gibt Hinweise, wie man sich schützt, und Antworten auf wichtige Fragen. Den Einsatz von Desinfektionsmitteln hält sie bei Risikogruppen für sinnvoll. „Dazu zählen ältere Menschen über 60, Menschen mit Vorerkrankungen wie zum Beispiel des Herz-Kreislauf-Systems, Erkrankungen der Lunge wie Asthma oder COPD oder Immunschwäche“, sagt die Apothekerin. Wer zu Desinfektionsmitteln greifen muss oder möchte, sollte auch Oberflächen behandeln und Türgriffe und -klinken oder Fenstergriffe bedenken. „Was viele vergessen, sind Computertastaturen und auch Handys. Gerade Mobiltelefone kommen ja mit dem Gesicht in Kontakt“, betont Erbach-Niemann. Bei gesunden Menschen ohne Vorerkrankungen reiche regelmäßiges Händewaschen: „Für 20 Sekunden mit Seife unter laufendem Wasser.“ Die Faustregel lautet: Beim Händewaschen zwei Mal „Happy Birthday“ summen, dann sind die 20 Sekunden erreicht. Die Hände danach gut abtrocknen. Handtücher sollten nicht geteilt und regelmäßig gewechselt werden.
Gerade bei Desinfektionsmitteln, Mundschutz oder Einmalhandschuhen gibt die Apothekerin einen wichtigen Punkt zu bedenken: „Pflegebedürftige, aber auch Pflegepersonal, Kliniken und Ärzte sind auf diese Dinge im Arbeitsalltag dringend angewiesen. Also bei aller Vorsicht auch an andere denken.“ In der Apotheke kommt beispielsweise bei der Herstellung von Salben ein Mundschutz zum Einsatz. Fehlt dieser, können wichtige Produkte nicht mehr hergestellt werden. Auch Abläufe in Krankenhäusern werden gestört, wenn Materialien fehlen. Vor allem bei Operationen ist ein Mundschutz essentiell. Der Mundschutz hilft ohnehin nur bedingt im Alltag. Er verhindert keine Infektion und sollte nur von den Menschen verwendet werden, die bereits infiziert sind. „Was viele nicht wissen ist, dass der Filter nur zwischen 20 Minuten und vier Stunden Schutz bietet. Wer auf das Tragen besteht, sollte sich vorher informieren, wie ein Mundschutz richtig angewendet wird“, sagte Erbach-Niemann.

„Das normale Leben läuft weiter. Vorsicht ist geboten und ein gesunder Respekt, aber es besteht kein Grund zur Panik. Es geht jeden etwas an, das eigene Verhalten anzupassen. Mitdenken und die Angst nicht Überhand gewinnen lassen“, sagte die Apothekerin weiter und ruft zur Rücksicht auf medizinisches Personal und Schwächere auf.

Weitere allgemeine Tipps und Verhaltensregeln:

- beim Anfassen von Oberflächen aufpassen
- die Türklinke zum Beispiel mit dem Ellenbogen betätigen
- sich nicht ins Gesicht fassen
- Abstand halten zu anderen, am besten 1,5 Meter
- in die Ellenbeuge husten und niesen und sich dabei von anderen abwenden
- Taschentücher nur einmal benutzen und direkt entsorgen
- auf Körperkontakt wie Hände schütteln oder Umarmungen verzichten
- Menschenmengen vermeiden
- bei Krankheitssymptomen zu Hause bleiben – für sich selbst und um andere zu schützen

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