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ZDF-Moderator mit Blick hinter die Kulissen

Von Michael Rubisch

Warburg – Zur Semestereröffnung der VHS Diemel-Egge-Weser gewährte Christian Sievers, Moderator der Nachrichtensendung Heute sowie des Heute-Journals, exklusive Einblicke in die Arbeit eines Nachrichtenmoderators und stellte gleichzeitig sein Buch Grauzonen vor.

„Es ist schön so viele Menschen zu sehen, denn ich sehe sie ja leider nie. Ich schaue immer in dieses schwarze Loch“, begrüßte Sievers das Publikum im Pädagogischen Zentrum, welches bis auf den letzten Platz gefüllt war. Außerdem sei während seiner Arbeit auch kein Mensch im Studio, welches von den Moderatoren den Beinahmen „die grüne Hölle“, in Anlehnung an die Wandfarbe im Studio, bekommen habe. Selbst die Kamera hinge in dem vollautomatischen Studio an einem Kamerakrahn.
Weil im Fernsehen immer zu wenig Zeit bliebe, um die Geschichten hinter den Nachrichten zu erzählen, habe er sich zu seinem Buch entschlossen. Außerdem wollte Sievers auch etwas Bleibendes schaffen, denn Nachrichten werden schnell vergessen.
Seit über 30 Jahren ist Sievers in der Welt als Journalist unterwegs. „Wir leben in Zeiten, wo Menschen nach einfachen Lösungen und Wahrheiten suchen“, so der Moderator. Journalisten müssten dieser Entwicklung entgegensteuern, indem sie die gesamte Spanne beschreiben. „Um die Wahrheit zu erfahren braucht es häufig Zeit und die Welt ist nun mal nicht nur schwarz oder weiß, sondern es gibt unzählige Abstufungen“, so Sievers.
Tatsächlich gibt es ein prägendes Ereignis, welches Sievers zum Journalismus brachte. So erzählte er von einer Party in Berlin, auf der er neben seinem Jurastudium kellnerte, als plötzlich ein Mann die Örtlichkeit mit Tränen im Gesicht betrat und laut rief:“ Ich komme aus der DDR“. Es war der Abend des 9.November 1989, der Abend des Mauerfalls in Berlin. Abrupt war die Party beendet und Sievers begab sich in Richtung Brandenburger Tor und wie es der Zufall so wollte begann damit auch seine Journalistische Karriere. Es folgten ein Aufenthalt in den USA und dann 5 Jahre als Nahostkorrespondent. Ebenfalls eine sehr prägende Zeit auf die Sievers in seinem Buch auf besondere Weise eingeht. Er beschreibt die Gastfreundschaft der Menschen und die unterschiedlichen Auffassungen im Rahmen der Journalistischen Arbeit. So schmunzelt das Publikum als Sievers von seinem ersten Interview mit dem israelischen Ministerpräsidenten erzählt, als er als einziger Journalist in Anzug und Krawatte auftaucht, seine israelischen Kollegen hingegen tragen Flip-Flops.
Alle Klischees die man über den Gazastreifen erzählt stimmen, verrät Sievers, aber es gibt auch das genaue Gegenteil, nämlich viele offene junge Frauen die über soziale Netzwerke mit der Welt kommunizieren. Gelächter kommt noch einmal auf als Sievers die Geschichte vom Zoo in Gaza erzählt, der aufgrund von Mangel an Tieren aus einem Esel kurzerhand mit Pinsel und Farbe ein Zebra werden ließ.

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