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Zehn Jahre Schulmaterialienkammer in Warburg

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(v.l.) Ulrike Schulze Niehoff, Rita Siewert, Dietmar Kraul, Leiter der Diakonie, Martin Drawe von Drawe Büropartner, Gaby Choryza und Gisela Haß.

© Foto: Sürder

Warburg (wrs) - Am 2. August 2007 öffnete die Warburger Schulmaterialienkammer erstmals ihre Pforten. Vier ehrenamtliche Helferinnen rund um die damalige Leiterin der Diakonie Beratungsstelle Katharina Linpinsel standen bereit, um einkommensschwachen Eltern Hefte, Blöcke, Stifte und vieles mehr für ihre Kinder zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen der Familien- und Lebensberatung der Diakonie war immer wieder deutlich geworden, dass besonders zum Schul- und Halbjahreswechsel die Kosten der Neuanschaffungen für Schulmaterial die Möglichkeiten der betroffenen Eltern überstiegen. So begannen im Dezember 2006 die Planungen ein Projekt ins Leben zu rufen, mit dem Eltern, deren Einkommen im Bereich des ALG II-Niveaus liegt, ihre Kinder kostenfrei ausstatten können. Es gab vieles zu organisieren: ein Raum wurde von der ev. Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt, vier ehrenamtlich Mitarbeitende brachten sich in die Planungen ein, im Schreibwarenhandel Drawe fand sich ein unverzichtbarer Partner, der das Projekt mit besonderen Konditionen unterstützte und bis heute unterstützt. Um einen Grundstock an Materialien anschaffen zu können, erhielt die Diakonie 2500 Euro von der Stiftung Lichtblicke, weitere 900 Euro kamen noch über Spenden verschiedener Unternehmen aus Warburg zusammen. Dass der Ansturm beim ersten Termin so groß sein würde, damit hatten alle Beteiligten dann aber doch nicht gerechnet. „Binnen zwei Stunden waren die Schränke ein erstes Mal leer", erinnert sich Ulrike Schulze-Niehoff, selbst eine Ehrenamtliche der ersten Stunde. Die große Nachfrage ist auch heute, zehn Jahre nach Start des Projektes, noch aktuell. 2011 haben sich im Rahmen des Bildungs- und Teilhabegesetzes die Bedingungen für Menschen mit geringem Einkommen unter anderem durch Pauschalzahlungen zum Schul- und Halbjahreswechsel verbessert. Dennoch übersteigt der Bedarf in vielen Fällen weiterhin die finanziellen Möglichkeiten. "Eine Erstausstattung ohne Ranzen, Sportbeutel und Federmappe kann schnell über 50 Euro kosten", weiß Ulrike Schulze-Niehoff. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der versorgten Kinder stetig gestiegen (2016 gab es 331 Ausgaben an Kinder aus dem Großraum Warburg. Im Jahr 2010 waren es noch rund 160. Auch lässt sich aktuell ein Anstieg der Eltern und Kinder mit Zuwanderungshintergrund verzeichnen.

Zum Schuljahreswechsel öffnet die Schulmaterialienkammer zu gesonderten Terminen: Am 30. und 31. August jeweils von 15 bis 17 Uhr im Corvinushaus, Sternstr. 19 in Warburg. Die Schulmaterialienkammer ist auch heute noch ein rein spendenbasiertes Projekt, welches auf die finanzielle Unterstützung von Unternehmen und Privatpersonen angewiesen ist. Spendenkonto: Diakonie Warburg IBAN: DE37 4725 1550 0026 5083 66 BIC: WELADED1HXB, Stichwort: Schulmaterialienkammer.

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