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Großzügige Schenkung an die Hansestadt Warburg

Kohlschein-Sammlung bekommt neues Zuhause im "Stern"

Warburg (wrs) - Die Stimmung beim Pressetermin war ausgezeichnet und das aus gutem Grund: Die Hansestadt Warburg kann sich über eine großzügige Schenkung freuen. 58 Werke des Künstlers Hans Kohlschein (1879-1948) wurden der Stadt durch den Düsseldorfer Augenarzt Dr. Kurt Schultze, einen Enkel des Künstlers, geschenkt. Der Schenkungsvertrag wurde am 8. Mai in Warburg unterzeichnet.

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(vorne) Der Stifter Dr. Kurt Schultze (l.) mit Bürgermeister Michael Stickeln. Auf dem Gemälde zu sehen ist Hans Kohlschein, Großvater vom Schultze. In der hinteren Reihe (v.l.) Klaus Braun, erster Beigeordneter, Olaf Krane, Leiter des Kulturamtes der Stadt, Antonius van Iersel, Schultzes Partner, und Franz-Josef Dubbi, Leiter des Museums.

© Foto: Sürder

Um diesen umfangreichen Bestand angemessen lagern und präsentieren zu können, müssen im Museum räumliche und technische Veränderungen durchgeführt werden. Auch für diese baulichen Maßnahmen hat Dr. Schultze der Hansestadt Warburg nicht unerhebliche finanzielle Mittel überlassen. Sechsstellig sei der Betrag, sagte Schultze. „Ich freue mich unheimlich, dass die Sammlung einen angemessenen Rahmen bekommt“, so Schultze weiter. Er habe die Sammlung in den letzten Jahren immer erweitert. Es stellte sich die Frage, wo die Sammlung hinkönne. „Nach Warburg, wo die Kohlscheins herkommen“, sagte Schultze. Der Umbau des Museums beginnt noch in diesem Jahr. Die Planung hat der Warburger Architekt Andreas Kropp übernommen. Nicht nur mehr Ausstellungsfläche wird nötig, um die zahlreichen Gemälde präsentieren zu können, sondern auch ein angemessenes Lager für die Werke. Ab 2020 werden die Gemälde von Hans Kohlschein dann in der umgebauten Galerie zu sehen sein - immer im halbjährlichen Wechsel.
Bürgermeister Michael Stickeln dankte dem Stifter für die großzügige Schenkung. „Es ist eine große Freude und Verpflichtung zugleich für die Stadt“, sagte er. Die nicht unerhebliche Investition in den Umbau des Museum stelle sicher, dass die Werke in einem angemessenen Rahmen zu sehen sein werden.

Neben dem künstlerischen Wert der Arbeiten selbst ist es der enge Bezug von Hans Kohlschein zu Warburg, der diese Sammlung für die Hansestadt so wertvoll und interessant macht. Die Eltern von Hans Kohlschein stammten aus Warburg. Sein Vater Joseph Kohlschein (1841–1915) siedelte bereits in jungen Jahren nach Düsseldorf über, um dort als bedeutender Graphiker und Kupferstecher überregionalen Ruhm zu erlangen. 1884 wurde er zum Professor ernannt. Neben dem 1879 geborenen Hans wurden mit Josef d. J. (1884–1958) und Edmund Anton (1900–1996) insgesamt drei seiner Söhne Künstler. Obwohl diese in Düsseldorf aufwuchsen und die längste Zeit ihres Lebens dort verbrachten, gehörte Warburg und sein Umland aus Verbundenheit zur Herkunftsregion ihrer Eltern zu deren häufigen und beliebten Motiven. Nachdem Professor Hans Kohlschein 1943 in Düsseldorf ausgebombt worden war, zog er mit seiner Familie nach Warburg, in die Heimat seiner Eltern, und baute sich ein kleines Fachwerkhaus am Volkmarser Weg. Dort verbrachte er seine letzten Lebensjahre bis zu seinem Tod im Jahre 1948.
Museen unter anderen in Berlin, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Hameln, Holzminden, Kleve oder Mönchengladbach besitzen Werke Hans Kohlscheins. Durch die großzügige Schenkung Dr. Schultzes erhält des Warburger Museum im „Stern“ eine herausragende Stellung im Hinblick auf das Oeuvre des Künstlers.

Dr. Kurt Schultze hat im Jahr 2017 bereits das Gemälde „Sieben Warburger“ von Hans Kohlschein an die Hansestadt übergeben. Das großformatige Werk ist heute im Gymnasium Marianum zu sehen.

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