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Protest gegen Schließung der Zuckerfabrik

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Ein vertrautes Bild in der Warburger Börde.

© Foto: Frank Grawe

Warburg (js) - Die geplante Schließung der Warburger Zuckerfabrik sorgt für Empörung und Protest. Seit Mittwoch vergangener Woche sind die Pläne in der Welt und seitdem wächst die Betroffenheit bei den Bürgern der Hansestadt, den Menschen in der Region und darüber hinaus.

Die Stadt Warburg antwortet mit einer Plakataktion unter dem Motto „Wir kämpfen für ein Stück Heimat“. Plakate werden im Laufe der Woche verteilt und liegen im auch Warburger Info-Center bereit. 19 Fotografen erklärten sich bereit, ihre Fotos für die Aktion zur Verfügung zu stellen. Gewerbetreibende können mit den Plakaten ihre Verbundenheit zum Ausdruck bringen.

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Die Plakataktion "Wir kämpfen für ein Stück Heimat".

© Quelle: Stadt Warburg


Auf www.avaaz.org, einer Plattform für Bürgerpetitionen, läuft eine Petition, die sich an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Südzucker AG, Dr. Hans-Jörg Gebhard, richtet. Hier können sich Interessierte mit einer Unterschrift beteiligen: https://bit.ly/2SbvEyF

MdB Christian Haase mahnte in einem Brief an den Aufsichtsratvorsitzenden und den Vorstandsvorsitzenden, die 137-jährige Partnerschaft zwischen dem Unternehmen und der Stadt Warburg nicht leichtfertig zu beenden. Er stehe im Austausch mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und habe auf der Grünen Woche in Berlin den Gesprächsfaden zu Vertretern der Zuckerindustrie aufgenommen. Klöckner kämpfe für faire Wettbewerbsbedingungen innerhalb der EU. „Frau Klöckner begrüßt deshalb die von der Europäischen Kommission einberufene High-Level-Gruppe Zucker. In dieser wird derzeit die Marktsituation analysiert, Wettbewerbsverzerrungen deutlich gemacht und nach möglichen Lösungen gesucht.
Es gibt deshalb gute Gründe diese Entwicklungen abzuwarten und nicht vorschnell gravierende Struktureinschnitte vorzunehmen“, so Haase. „Die Landwirtschaft, der Zuckerrübenanbau von der Saat bis zur Verarbeitung sowie das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen in der Warburger Börde und darüber hinaus gehören zur Genetik meiner Heimatregion. Sie sind Teil davon und das soll auch in Zukunft so bleiben“, betonte der Bundestagsabgeordnete.

Matthias Goeken, Landtagsabgeordneter, nahm auf seiner Internetseite Stellung: Er bedauere, dass die Zuckerfabrik geschlossen werden solle. Es sei wichtig, dass es innerhalb der EU nicht zu Wettbewerbsnachteilen aufgrund von ungleichen Rübenbeihilfen und Unterschieden bei der Pflanzenschutzmittelzulassung komme. Er werde die Stadt Warburg unterstützen und sich dafür einsetzen, dass die Zuckerfabrik erhalten bleibe.

Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln betonte in einem Schreiben an den Vorstand der Südzucker die Verbundenheit der Warburger mit der Zuckerfabrik, die mit dem Gründungsjahr 1882 das älteste Unternehmen in Warburg ist. Sie sei viel mehr als „nur“ ein Unternehmen unter vielen. Stickeln hob den in der Mitte des Landes gelegenen Standort und die hervorragende verkehrliche Anbindung hervor. Die Hansestadt Warburg sei immer ein enger und verlässlicher Partner gewesen. Die Stadt habe viel Rücksicht auf die Interessen des Werkes gelegt - bei Genehmigungsverfahren, bei der Erweiterung der Zuckerrübenkampagne und durch den Ausbau der Infrastruktur, zuletzt bei der anstehenden Anbindung des Industriegebiets an die Ostwestfalenstraße. „Zusammenfassend ist die Warburger Zuckerfabrik ein wichtiger, elementarer und unersätzlicher Bestandteil unserer ländlich geprägten Region und deshalb aus der Warburger Börde schlicht nicht wegzudenken. Ich möchte Sie hiermit eindringlich bitten, dies bei Ihrer Entscheidung über den Restrukturierungsplan der Südzucker AG mit einzubeziehen und nach sorgfältiger Abwägung aller Gesichtspunkte die Entscheidung zur Aufgabe der Betriebsstätte in Warburg zu revidieren“, so der Bürgermeister weiter.

Landrat Friedhelm Spieker äußerte sich am vergangenen Donnerstag beim Kreisbauerntag. "In enger Absprache mit Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln, Bundestagsabgeordnetem Christian Haase und Landtagsabgeordnetem Matthias Goeken wollen wir versuchen, noch Einfluss auf den Aufsichtsrat zu nehmen, der am 25. Februar einen Beschluss zu dem Vorschlag fassen will. So werde ich nächste Woche eine Resolution zur Erhaltung der Zuckerfabrik in den Kreistag einbringen", sagte er. Die Sitzung des Kreistages findet am Donnerstag, dem 7. Januar, statt.

Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Börderland und Diemeltal" kritisierte die Entscheidung der Südzucker als verfrüht. Der Markt sortiere sich nach der Aufhebung der Zuckermarktordnung neu und werde zeitnah innerhalb der EU neu verhandelt. Die Südzucker habe viele Jahre vom Standort, der guten Lage und der Anbindung profitiert.

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